Projekt

Hintergrund des Projektes

Mit dem Forschungsvorhaben greift das Projekt die aktuelle Thematik auf, dass Unternehmen auf zunehmende Flexibilisierungsanforderungen mit tiefgreifenden Veränderungen in ihrer Beschäftigungspraxis reagieren. Flexible, so genannte „Neue Beschäftigungsformen“ wie etwa hochqualifizierte Freelancer, die eigenverantwortlich und meist auf Projektbasis für ihre Auftraggeber tätig werden, gewinnen gerade in der IT- und Medienbranche zunehmend an Relevanz.

Allerdings ist mit der erhöhten Flexibilisierung für Unternehmen auch ein Verlust an Stabilität verbunden. Das Spannungsfeld von Flexibilisierung und Stabilisierung soll im Forschungsvorhaben sowohl auf der Ebene des Unternehmens als auch auf individueller Ebene analysiert werden.

Mit Freelancern wird dabei eine besondere, immer wichtigere Zielgruppe von „Humanressourcen“ fokussiert. Freelancer sind Personen, die persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen für ihre Auftraggeber (meist Unternehmen) erbringen. Sie sind in der Regel spezifisch – z. B. als IT-Freelancer – qualifiziert sowie zeitlich und räumlich flexibel einsetzbar. Im Vergleich zu Normalarbeitsverhältnissen erfolgt die Leistungserbringung nicht auf Grundlage eines herkömmlichen, dauerhaft angelegten Arbeitsvertrags, sondern über Dienst- oder Werkverträge. Ein Freelancer unterliegt formal nicht dem (arbeitsrechtlichen) Weisungsrecht eines Vorgesetzten.

Projektziele

Der zunehmenden empirischen Bedeutung von Freelancern soll im Gesamtprojekt durch eine konzeptionelle und empirische Analyse in 3 Teilprojekten Rechnung getragen werden. Dabei gilt es

  • zu eruieren, wie Unternehmen bei dem Einsatz von Freelancern – auch unter Berücksichtigung arbeitsrechtlicher Rahmenbedingungen – ihr Wissensmanagement und ihre Führung gestalten (Teilprojekt 1),
  • zu analysieren, welche Beziehung zwischen Freelancern und Unternehmen besteht und wie mit Diskontinuitäten im Berufs- und Privatleben sowie der Notwendigkeit zur Förderung der eigenen Employability erfolgreich umgegangen werden kann (Teilprojekt 2),
  • zu untersuchen, welche speziellen psychologischen Anforderungen an unterschiedliche Typen von (älteren) Freelancern gerichtet sind und wie diese durch adäquate Konzepte in ein erfolgreiches Beziehungsmanagement integriert werden können (Teilprojekt 3).

Das Projekt zielt darauf ab, mit tragfähigen und innovativen Konzepten den professionellen Umgang mit Freelancern und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen fördern zu können.

Durch den interdisziplinären Ansatz möchte das Projekt dazu beitragen, der zunehmenden Relevanz von Freelancern im Praxisalltag mit adäquaten Konzepten Rechnung zu tragen und eine eigenständige Freelancer-Forschungsrichtung auch im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Dazu sollen neuartige Konzepte eigenständig entwickelt und der Praxis Handlungsoptionen an die Hand gegeben werden. Diese dienen nicht nur dazu, die Arbeitsbedingungen der Freelancer und ihre Innovationsfähigkeit zu verbessern, sondern sollen (insbesondere auch kleinen und mittleren) Unternehmen ein erfolgreiches Management von Freiberuflern ermöglichen.

Förderkennzeichen: 01FM10001

Kooperationspartner

Zur Erreichung der Projektziele erfolgt eine enge Kooperation zwischen der Universität der Bundeswehr München, der FernUniversität in Hagen sowie der Universität Düsseldorf. Internationale Forschungspartner (u.a. Massey University Auckland, Tel Aviv University und Wirtschaftsuniversität Wien), renommierte Unternehmen wie etwa Hubert Burda Media oder Hays AG sowie diverse Transferpartner und Verbände werden einen interdisziplinären Austausch zwischen Forschung und Praxis gewährleisten.